Geschichte zum Greifen nah

Erika Rosenberg ist argentinische Historikerin, Journalistin und Autorin mit jüdischen Wurzeln. Sie kennt Papst Franziskus bereits aus seiner Zeit als Erzbischof in Buenos Aires. Außerdem machte sie in Argentinien die Bekanntschaft von Emilie Schindler, die sie bald zu ihren engsten Freunden zählte und deren Nachlass sie bis heute verwaltet. Sie hat mehrere Biografien über Emilie und Oskar Schindler sowie Papst Franziskus verfasst und präsentierte diese – erweitert um persönliche Erinnerungen und Anekdoten – auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes bei einem mehrtägigen Aufenthalt in Salzburg.

Der erste der beiden Vortragsabende in der Dombuchhandlung Salzburg war Erika Rosenbergs Begegnungen mit Papst Franziskus gewidmet. Sie lernte ihn in der gemeinsamen Heimat Argentinien als „Pater Jorge“ kennen und schätzen. Besonders prägend war für die jüdische Autorin sein gesellschaftliches Engagement: Bergoglio kümmerte sich weniger um Konventionen als um die sozialen Missstände, die er unerträglich fand. Als Erzbischof von Buenos Aires schickte er seine Seelsorger in die Slums und auch als Papst ist er seiner Gesinnung, an die „Ränder der Gesellschaft“ zu gehen, treu geblieben. Sein Engagement für Arme, Ausgegrenzte und Kranke, seine Zuwendung zum einzelnen Menschen und sein offener Dialog mit anderen Religionen haben die Historikerin Rosenberg tief beeindruckt und zu dem Buch „Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr“ inspiriert. Darin fügt sie persönliche Treffen mit dem Pontifex und seinen Vertrauten, Anekdoten und biografische Details zu einem eindrucksvollen Porträt zusammen.

Erika Rosenberg war aber auch Wegbegleiterin von Emilie Schindler, die sie 1990 in Buenos Aires kennenlernte. Eine tiefe Freundschaft entwickelte sich zwischen den beiden Frauen und berührt von Emilies Erlebnissen verfasste Rosenberg anhand von persönlichen Aufzeichnungen, Briefen und Dokumenten die beiden Biografien „Ich, Emilie Schindler“ und „Ich, Oskar Schindler“. In der Dombuchhandlung gab sie Einblicke in das Leben der Schindlers und wie das Ehepaar rund 1.200 Juden durch Anstellung in ihrer Fabrik vor dem sicheren Tod rettete. Rosenberg stellte auch Verbindungen zum Hollywood-Film „Schindlers Liste“ her und zeigte auf, wo sich der Film nicht mit der Realität deckt.

Das Thema Holocaust und im speziellen die besondere Geschichte des Ehepaares Schindler erarbeitete Erika Rosenberg an zwei Vormittagen auch mit den SchülerInnen der Oberstufe des Gymnasiums St. Ursula und des Werkschulheims Felbertal. Nach einem Vortrag konnten die Jugendlichen in Kleingruppen das Leben von Emilie und Oskar Schindler näher beleuchten und mithilfe historischer Zeugnisse und Dokumente eine Ausstellung im Schulgebäude grafisch aufbereiten.
C.K., November 2017
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