Geborgenheit finden im Erziehungsalltag

Geborgenheit steht für die menschliche Ursehnsucht nach Sicherheit. In der deutschen Sprache vermittelt das Wort aber so viel mehr als das französische „securité“ oder das englische „security“: Geborgenheit lässt an Nestwärme und liebevollen Schutz denken. Die Internationale Pädagogische Werktagung Salzburg geht der Frage nach, wie es um die Geborgenheit im pädagogischen Umfeld bestellt ist.

In Zeiten von PISA-Tests, Deutschklassen und Zentralmatura scheint den Pädagog/innen wenig Zeit zu bleiben, sich um das soziale Klima im Klassenraum zu kümmern. Sind Schule und Kindergarten noch der behütete, sichere Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche gut entwickeln können? In sechs Vorträgen und 13 Arbeitskreisen zeigen Expert/innen ihre Zugänge auf und stellen unterschiedliche Aspekte in den Fokus.

Der Neurowissenschafter Joachim Bauer etwa sieht verlässliche zwischenmenschliche Bindungen und Gemeinschaft als Grundlage dafür, dass wir Geborgenheit erleben können. Schließlich sei der Mensch, neurobiologisch betrachtet, ein Beziehungswesen. Den Grundstein für diese sichere Bindung außerhalb des Elternhauses gilt es bereits bei Eintritt in eine Bildungseinrichtung – meist ist das der Kindergarten – zu legen. Catherine Walter-Laager erforscht unter anderem die Qualität in Kinderkrippen und Kindergärten und fasst in ihrem Vortrag die Erkenntnisse aus diesen Arbeiten zusammen. Sie zeigt auf, welche Kriterien die Grundlage für positive Interaktionen im Elementarbereich bilden. Die Psychologin Silke Birgitta Gahleitner ist Expertin auf dem Gebiet der Traumapädagogik. Sie verdeutlicht in ihrem Vortrag, welche Rolle psychosoziale Geborgenheit bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen spielt. Aus dem Blickwinkel der Geschlechterpädagogik argumentiert Andrea Bramberger die Annahme, dass sichere Räume gleichberechtigte Bildungsmöglichkeiten schaffen könnten, da sie eine breite Mitgestaltung an Bildung fördern. Der Kinder- und Jugendpsychiater Karl Heinz Brisch widmet sich in seiner Forschung ebenfalls dem menschlichen Bindungssystem, speziell dessen Entwicklung in der frühen Kindheit. Das kindliche Urvertrauen kann durch traumatische Erfahrungen beeinträchtigt werden, was sich mitunter über mehrere Generationen hinweg auswirkt. Anton A. Bucher nimmt im Abschlussvortrag der Tagung die spirituelle Komponente von Geborgenheit in den Blick. In allen Kulturen ist die Sehnsucht nach einer Geborgenheit in etwas Bleibendem nachweisbar. Der Religionspädagoge legt dar, wie Spiritualität Geborgenheit stiften kann und sich heilsam auf die Seele auswirkt.

Die 68. Internationale Pädagogische Werktagung zum Thema „Geborgenheit finden“ läuft noch bis Fr, 12. Juli 2019 in der Großen Universitätsaula (Max-Reinhardt-Platz, Salzburg). Einzelkarten für die Hauptvorträge sind an der Tageskasse im Foyer erhältlich.

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