In Memoriam Günter Funke

Unerwartet rasch verstarb am 3.8.2016 das langjährige Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Pädagogischen Werktagung Salzburg, Günter Funke. An sich war geplant, dass er an der diesjährigen Werktagung am Freitagmorgen den abschließenden Vortrag hält. Doch es kam, wie so oft, anders, als von Menschen geplant.Günter Funke, am 2.10.1948 geboren, erlernte zunächst den Beruf des Bandwebers. Auf dem zweiten Bildungsweg machte er das Abitur, um hernach in Hamburg evangelische Theologie zu studieren, wobei ihn zumal Helmut Thielecke beeindruckte und prägte. Dieser Theologe (mit Schwerpunkt Ethik) sei der eine Kompass in seinem Leben gewesen, schrieb der Verstorbene in seinen autobiographischen Aufzeichnungen. Der zweite Kompass war Viktor E. Frankl bzw. die von diesem begründete Logotherapie, in der er sich ausbildete, um von der pastoralen Tätigkeit in die des Beraters und Therapeuten in eigener Praxis zu wechseln. In Berlin baute er ein florierendes Institut für Existenzanalyse und Lebensphänomenologie auf, in dem er unzähligen Menschen die Lebensweisheit der Logotherapie weitergab, in keinster Weise indoktrinierend, sondern vielmehr dazu anregend, dass Suchende selber jene Einsichten finden, die Sinn schaffen und das Leben vertiefen. Günter Funke war ein vielgefragter Vortragender und Seminarleiter. Seine besondere Stärke war die Lebensphänomenologie, seine Kunst, Phänomene wie Würde, Hoffnung dergestalt zu umschreiben und zu vermitteln, dass sie lebendig und zur Lebenshilfe wurden.Ab Ende der 1980er Jahre war Günter Funke Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Pädagogischen Werktagung. Unvergesslich bleiben viele seiner Vorträge, in denen jeweils der Funke sprang, hinein in ein Auditorium, das von seinen eloquent entwickelten Gedanken bereichert wurde und ihm dankbar applaudierte. Unvergesslich bleiben auch seine Arbeitskreise, die mitunter mehr als hundert Interessierte ansprachen und sie tiefer zu den Wurzelgeflechten ihres eigenen Lebens führten. Im Wissenschaftlichen Beirat brachte er sich sehr konstruktiv und integrativ ein. Stets war ihm ein Anliegen, dass die Werktagung nicht zu einem Fachkongress wird, an dem über statistische Begriffe wie Betagewichte oder multivariate Varianzanalysen geredet wird, sondern über die wirklich wichtigen Phänomene des Lebens wie Beziehung, Angst, Empathie, und immer wieder das Kind. Andererseits solle die Tagung auch nicht zu einer humorigen ‚Well-being-Woche‘ werden, sondern existenziellen Tiefgang haben, um jenes Handeln zu nähren, das das verantwortungsvollste in der Welt überhaupt ist: Erziehen.
Wir sind traurig, dass Günter Funke nicht mehr in unserem Beirat sitzen kann. Es wird in seinem Interesse sein, wenn im Tagungsband der 65. Tagung einer seiner Vorträge publiziert wird, damit sein Geist noch einmal, wie ein Funke, springen kann.
Möge er, der so viel Licht gebracht hat, im Licht sein.


Univ.-Prof. Dr. Anton A. Bucher
Präsident der Internationalen Pädagogischen Werktagung Salzburg

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